Wenns denn der Bebauungsplan zulässt und der weisst in der
Regel
keine gewerblich nutzbaren Flächen in Innenstädten
mehr aus.
Spätestens wenn du nen Galvanobetrieb aufmachen
möchtest zeigt dir
die Stadt die Rote Karte und wenn dazu
der Bebauungsplan geändert
werden muß.
Die bekommst
Du in meiner Stadt (B) locker genehmigt. Wir haben hier
genügend
Flächen (durch stillgelegte Industrieanlagen) - da passt
noch
einiges hin;)
Oder mach mal ne Massentierhaltung in Schwabing
auf.
Massentierverspeisung gibt es ja aktuell auf der
Theresienwiese und die
meisten Besucher dürften dabei Geld
in die Stadt bringen. Gibt es außer
den Wirten eigentlich
noch Münchner auf der Wiesen? ;)
Ach - da staunt man manchmal
- was da alles so herum läuft. Bin die
letzten Jahre mal auf
die Wiesen gegangen - gerade in den Bierzelten
tobt da der Mob.
Gerade die lokale Jugend kommt dann stilgerecht im
Dirndl bzw.
Lederhosen - und dann wird gerockt (da die Blasmusik zwar
wie eine
Blasmusik aussieht, aber statt Blasmusik die Charts rauf-
und
runter spielt).
Vor allem deshalb weil es dort in der Regel teure
Waren gibt die
außerhalb nicht zu bekommen sind. Ich kenne
keinen der nach Frankfurt
Innenstadt fährt um dort
"gewöhnliche" Lebensmittel zu kaufen für
Klamotten bestimmter Marken schon und dabei sind auch Menschen die
ihr Geld nicht in FFM verdienen, aber ausgeben.
Ich habe hier bei
mir (10 Fußminuten entfernt) die Steglitzer
Schlossstraße,
mittlerweile die größte Einkaufsstraße Berlins
(mit
Saturn, Blödmarkt, mehreren H&Ms, den üblichen
McDonalds, Karstadt usw.
usw. usw. - und etwa 5Millionen
Handy-Läden) - da kommen am Wochenende
die Massen an gerollt
- und viele davon fahren Autos mit den
Kennzeichen P, PM und TF.
Airbus liegt wohl kaum in der Innenstadt und BMW könnte heute
bestenfalls noch Verwaltungsgebäude in München Stadt bauen,
selbst
wenn es noch genug unbebauten Grund zu "normalem"
Preis geben würde.
Viel besser - Airbus liegt direkt
gegenüber Blankenesee und der
Elfchaussee auf der anderen
Elbeseite. Da kommen die Teile dann immer
über die Villen der
Reichen Schnösel drüber geflogen;)
Ja und deshalb kann
man imho auch nicht pauschal sagen die Städte
haben die
Ausgaben und der Ertrag wird woanders abgegriffen. Manche
Städte
haben bewusst ungeliebte Betrieb nach außerhalb getrieben um
"großstädtisch" zu werden.
Das ist sicherlich
von Stadt zu Stadt verschieden. In B wurden z.B.
die klassischen
Industriebetriebe nach der Wende abgebaut - da würde
heute
keiner etwas gegen eine Neuansiedlung haben. Es sind aber auch
eine
Reihe von Betrieben dageblieben bzw.
expandiert
(Mercedes-Motorenwerk, Ford).
Außerdem was
kann das Umland dafür, dass die verbliebenen Firmen ihren
Personalbedarf nicht aus Anwohnern decken kann. Wer Firmen die
"einfache" Tätigkeiten anbieten aus der Stadt treibt
weil ein
"Stinker" eben nicht zu einer Großstadt
passt die was auf sich hält
braucht sich nicht zu
wundern.
Ich spreche ja nicht vom klassischen Umland (d.h. die
dort schon
immer befindlichen Ortschaften), sondern von gezielt im
Speckgürtel
errichteten Schlaf-Siedlungen - die sicherlich
auch teilweise dadurch
erst möglich werden, das der
Straßenverkehr insgesamt eben von der
Allgemeinheit
subventioniert wird.
Museum, Oper und Co sind da schon eher
Balsam für die Seelen der
Stadtführung als ein
Aluminiumwalzwerk oder eine Raffinerie. Das ist
nur noch bei
Städten akzeptiert die Wissen dass es sie ohne diese
Betrieb
nicht mehr geben würde.
HH hat neben einer Aluminiumhütte
(die jetzt aber geschlossen wird)
auch die Norddeutsche
Raffiniere, der weltgrößte Kupfer Recycler und
der
größte Europäische Kupferproduzent. Kommt eben
tatsächlich auf
die Stadt an, wobei FFM wahrscheinlich durch
das Bankengeld gar nicht
darauf angewiesen ist, für andere
Jobs zu sorgen.
So - nun genug geplaudert ; ) Jetzt muss ich mal
meine Säckchen
packen. Ich muss morgen früh raus (laufe
den Berlin Marathon mit).